Rechtsschutzversicherung Scheidung

Adv…….. ist Anwalts Liebling.

Auch des Scheidungsanwalts Liebling? Ein Scheidungsrechtsschutz und alle gewinnorientierte Familienrechtler frohlocken?

Ich glaube eher nicht. Die Advocard hat zwar gerade eine lobenswerte Partnerschaft mit dem DAV (Deutsche AnwaltsVerein) eingegangen, um der Unart der Telefonberatung – für teuere Rechtsschutzprämien – entgegegen zu wirken (ich werde berichten), aber den Rechtsschutz im Scheidungsverfahren bietet sie wohl noch nicht an.

Ich halte diesen Rechtsschutz, den meines Wissens derzeit nur die ARAG in Düsseldorf verkauft, auch für sehr fragwürdig. Mal abgesehen davon, dass er ziemlich teuer ist und erst nach mehrjähriger Wartezeit greift, ist dies ein Versicherungsprodukt, das kaum einer braucht bzw. kaum einer sich traut abzuschließen.

Was denkt sich die ARAG?

Wer hat dieses Produkt erfunden? Der ARAG-Produktmanager, der durch die teure Scheidung seinen geleasten 911er vorzeitig zurückgebe mußte? Was erwartet uns? Der ARAG-Vertreter mit mobilem Versicherungsbüro vor dem Standesamt, der den frischgebackenen Eheleuten den Scheidungsrechtsschutz gleich mitverkauft? Eine Tüte Reis und ein Scheidungsrechtsschutz für Beide im Bundle?

Die meisten Scheidungen zahlt ohnehin der Staat über die Prozesskostenhilfe. Da könnte allenfalls der Staat darüber nachdenken, ob der Scheidungsrechtsschutz zur Pflichtversicherung wird, wie die Autohaftpflicht, das also jeder sie haben muß. Das könnte allerdings mit dem besonderen Schutz der Ehe im Grundgesetz kollidieren. Die Kirchen würden aufschreien und Bischof Mixta, oder wie dieser ewig Gestrige heißt, würde wohl endgültig einen Herzinfarkt erleiden. Ich wünsche keinem was Schlechtes.

Für wen macht also der Scheidungsrechtsschutz der ARAG Sinn?

– Für richtig reiche, glatzköpfige, Ferrari fahrende, übergewichtige, aber säulenverzierte Villen besitzende Ehemänner, die eine 30 Jahre jüngere Bilderbuchschönheit geehelicht haben? Das geht natürlich schief mit deren Ehe – ist klar. Diese Männer können aber die Scheidung notfalls selbst zahlen und der Promi-Scheidungsanwalt (der auch nur mit – zwar teurem französischem – Wasser kocht), den diese Männer beauftragen, der schuftet nicht für die gesetzlichen Gebühren, die die ARAG maximal bezahlt.

Also für wen????

– Für Stars aus Film, Fernsehen oder Sport, die traditionell nach relativ kurzer Zeit geschieden werden? Na, das möchte ich sehen, das Mick Jagger oder Michel Schumacher mit der ARAG Card zum Scheidungsanwalt gehen und ihn bittet, auf Kosten der ARAG einen multimillionen Euro schweren Vergleich auszuhandeln.

– Für die Frauen der oben genannten Persönlichkeiten, weil der ARAG Scheidungsrechtsschutz sogar die Kosten beider Seiten übernimmt (ich bin im Moment unsicher, ob dies noch so ist, oder ob der Ehepartner des VN nicht sogar inzwischen von der ARAG verstoßen wurde)? Whatever: Wohl kaum!

1. Die Männer, die mit einer Scheidung rechnen, werden kaum die zukünftige Gegnerin im Scheidungsverfahren finanziell sorglos stellen.

2. Wenn doch, werden die auf viel Geld hoffenden Gattinnen nur mit ganz viel Glück auf einen Anwalt treffen, der dem hochbezahlten Promi-Kollegen des Gatten, auf Niveau der gesetzlichen Gebühren etwas entgegenzusetzen hat. Da hilft eher und besser der „Dummchenschutz“ unserer Familiengerichte.

P.S.

1.) Ich wünsche Michel Schumacher eine ewig glücklich währende Ehe, da er seit vielen Jahren mein „Held“ in der Vollgasbranche war. Ich bin sehr traurig über seinen Abschied.

2.) Ich hoffe die ARAG überzieht mich nicht mit Abmahnungen. Ich habe als Familienrechtler davon keine Ahnung.

3.) Wenn Ihnen so ein angeblicher Staranwalt weismachen will, dass Sie erstens keinen Cent erwarten können, ihre Kinder nie wieder sehen und außerdem froh sein können, überhaupt weiterexistieren zu dürfen – rufen Sie mich an (0431 – 911 16) Ich sage Ihnen dann, mit welcher Sorte Wasser der Kollege kocht.

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